Um eine kostspielige Turbolader-Reparatur zu umgehen ist es hilfreich die Schadenursachen zu kennen und diesen Vorzubeugen.
Die Lebensdauer ihres Turboladers können Sie selbst am besten erhöhen, indem Sie die ersten Anzeichen erkennen und Folgeschäden vermeiden.


Nachfolgend zu beachtende Grundsätze um die Langlebigkeit ihres Turboladers zu erhöhen:

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1. Nach dem Kaltstart, behutsam mit dem Gaspedal umgehen bis der Öl die Betriebstemperatur erreicht hat.

Wenn der Motor im kalt Zustand zum ersten Mal gestartet wird, ist das Öl dickflüssig. Die Zwischenräume der Motorkomponenten des Motors und Turboladers kann das Öl daher nur schwer erreichen und die optimale Schmierung ist noch nicht gewährleistet. Aus diesem Grund sollte man die erste ca. 5 Kilometer nicht viel Gas geben und den Motor nicht höher als 2500 U/Min (Benziner) bzw. 3000 U/Min (Diesel) drehen lassen. Nach den 5 Kilometern hat das Öl im Normalfall seine Betriebstemperatur erreicht.
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2. Motor und Turbolader vor dem Abstellen „kalt fahren“

Nach hoher Belastung oder schneller Fahrweise sollte das Fahrzeug nicht direkt ausgeschaltet werden, da hierbei der Turbolader noch heiß ist und die Turbine mit einer hohen Drehzahl rotiert. Schaltet man nun den Motor ab bricht der Öldruck im Motor zusammen und unter anderem wird die Turbinenwelle nicht mehr ausreichend geschmiert. Zu diesem Zeitpunkt rotiert die Turbine weiterhin, nur jetzt ohne ausreichend Schmierung was den Verschleiß immens erhöht. Durch die enorme Hitze des Turbolader entsteht in den Ölleitung des weiteren Ölschlamm, welcher auf Dauer den Turbolader beschädigt. Aus diesem Grund ist er ratsam bevor man den Motor ausschaltet den Turbolader abkühlen zu lassen und der Turbine die Möglichkeit zu geben ihre Drehzahl zu minimieren. Am besten tut man dies durch eine zurückhaltende Fahrweise auf den letzten 2-3 Kilometern.
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3. Qualitatives Motoröl verwenden und die Wechselintervalle einhalten

Den Herstellervorgaben zum Thema Motoröl Folge leisten und den Wechselintervall auf alle 15 Tsd. Kilometer festlegen, auch wenn der Hersteller hierbei einen längeren Zeitraum angibt. Ein frisches und qualitatives Motoröl erhöht die Lebensdauer aller Motorkomponenten und ein vorzeitiger Austausch ist nicht mit den Kosten eines defekten Turboladers zu vergleichen.
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4. Luftfilter regelmäßig wechseln

Das Verdichterrad rotiert mit einer Drehzahl von bis zu 250.000 U/Min. Stellt man sich nun vor das bei dieser Geschwindigkeit ein Sandkorn in das Verdichterrad gerät, kann man sich vorstellen wie der Einschlag des Sandkorns auf die einzelnen Schaufeln des Verdichterräder wirkt. Die Verdichterräder sind durchaus aus gehärtetem Metall gefertigt, können jedoch durch Verunreinigungen im Ansaugtrakt stark beschädigt werden. Der regelmäßige Austausch des Luftfilter ist elemantar wichtig um Verunreinigungen aus den Ansaugtrakt fernzuhalten und einen Turboladerschaden vorzubeugen.
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5. Für ausreichende Schmierung sorgen

Eine verstopfte Ölleitung ist eine häufige Ursache eines Defektes am Turbolader. Diese Verstopfungen entstehen durch Ölschlamm, welcher durch verbranntes Öl entsteht und verhindern die Schmierung sowie die Kühlung des Turboladers. Bei Bedarf stets die Turboleitungen prüfen oder ggf. direkt austauschen lassen.


Hier eine Auswahl an Szenarien die den Turbolader beschädigen können oder bereits Anzeichen für einen Schaden sind:
1. Die volle Motorleistung kann nicht mehr abgerufen werden und die ausgestoßenen Abgase qualmen schwarz
    ⇒ Eine Undichtigkeit im Ansaugsystem kann die Ursache sein.
2. Ein spürbares Ruckeln beim Beschleunigen
    ⇒ Ein häufiges Anzeichen eines blockierten Mechanismus der variablen Turbinengeometrie (VTG).
3. Öl im Ansaugsystem
    ⇒ Eine Undichtigkeit am Turbolader könnte dieses Ölvorkommen verursachen.
4. Motor schaltet in den Notbetrieb, wenn das Gaspedal betätigt wird
    ⇒ Hierbei könnte ein defekt der variablen Turbinengeometrie vorliegen.
5. Metallische Geräusche aus der Umgebung des Turboladers
    ⇒ Durch ein ausgeschlagenes Gleitlager schleifen das Verdichter- oder Turbinenrad am Gehäuse.
5. Hörbares Pfeifen bei höheren Drehzahlen
    ⇒ Verdichter- oder Turbinenrad könnten beschädigt sein.